Wirtschaft: Nach Kritik Klarstellungen bei Krediten für Häuslebauer

BERLIN (dpa-AFX) – Die seit März geltenden strengeren Vorgaben für die Kreditvergabe an Häuslebauer werden überarbeitet. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin Klarstellungen zur “Wohnimmobilienkreditrichtlinie” der EU. Dies betreffen Kriterien zur Prüfung der Kreditwürdigkeit von Bauherren, um “die Rechtssicherheit” zu erhöhen. Damit reagiert die Bundesregierung auf Kritik vor allem aus der Finanz- und Immobilienwirtschaft.

Marktbericht

Es gehe um Klarstellungen etwa zur Möglichkeit, “Wertsteigerungen von Wohnimmobilien durch Bau- und Renovierungsmaßnahmen im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung zu berücksichtigen”. Das Finanz- und das Justizministerium sollen zudem per Rechtsverordnung Leitlinien zur Kreditwürdigkeitsprüfung festlegen.

Hintergrund ist eine seit März geltende EU-Richtlinie, mit der eine zu laxe Vergabe von Darlehen für den privaten Wohnungsbau und damit eine Immobilienblase verhindert werden soll. Auch deutsche Geldhäuser sind verpflichtet, die Kreditwürdigkeit von Kunden genauer zu prüfen.

Wirtschaftsverbände, Länder und Vertreter der Koalition hatten der Bundesregierung vorgeworfen, bei der Umsetzung überzogen zu haben. Vor allem ältere Menschen und junge Familien hätten Probleme, Darlehen für die eigenen vier Wände zu bekommen. Von einem Einbruch bei Wohnimmobilien-Krediten wegen der Richtlinie war die Rede. Zahlen belegten diesen aber kaum oder gar nicht.

Nach den Vorgaben dürfen Darlehen nur gewährt werden, wenn die laufenden Einnahmen der Kunden reichen, um zu Lebzeiten das Geld zurückzuzahlen. Banken können nicht mehr auch darauf schielen, dass die Immobilie selbst eine Sicherheit ist und zu Geld gemacht werden könnte. Hat eine Bank gegen Dokumentationspflichten verstoßen, kann der Kunde den Kreditvertrag jederzeit kündigen.

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