Wie bio die USA wirklich sind

Zu lasch bei der Kennzeichnung von GVO

Ein anderer Unterschied zwischen den beiden Agrarmärkten ist der Umgang mit GVO. Erst kürzlich wurden auf einem Feld in den USA 22 GV-Weizenpflanzen gefunden, die nie zugelassen waren. Undenkbar in Österreich. Hier ist gesetzlich festgehalten, dass der gesamte Anbau ohne GVO erfolgt. Auch das neue Kennzeichnungs-System der USA für Produkte, die GVO enthalten, wurden von einigen als zu lasch kritisiert, vor allem weil sich die Kennzeichnung auf den Verpackungen hinter sogenannten QR-Codes verstecken wird. Das Gesetz wurde erst im Juli 2016 beschlossen. Bis es in Kraft tritt, werde es noch zwei Jahre dauern, erklärte Monique Marez, stellvertretende Direktorin für internationalen Handel der OTA. Bis dahin werde man versuchen, Unklarheiten zu bereinigen, so Marez. Die Angst vor mit GVO verunreinigten Lebensmitteln ist hierzulande jedenfalls groß.
Generell hält sich der Zuspruch zu amerikanischen Lebensmitteln in Österreich eher in Grenzen. Und vor allem im Biobereich passt die Idee der Nachhaltigkeit und einer Einfuhr von Produkten aus den fernen USA nicht zusammen, erklärte Haas. “Bio allein reicht nicht”, so der Boku-Professor. “Die Produkte müssen auch möglichst regional sein.”
Chancen beim Export in die EU hätten die US-Produzenten derzeit mit Produkten von geringer Verarbeitungsstufe, wie etwa Nuss-Snacks oder im Bioweinbereich. Die Angst vor einer großen Flut an US-amerikanischen Produkten, die etwa durch das Handelsabkommen TTIP in der EU befürchtet wird, sei also unbegründet, betonte US-Botschaftsrätin Stange.
Heimische und EU-Exporteure hätten hingegen gute Chancen auf dem US-Markt. Produkte aus der EU, wie beispielsweise Käse, werden in “den Staaten” als Delikatessen angesehen. Und der Markt wächst, so auch der Biomarkt. 2015 haben die US-Bürger 43 Mrd. US-Dollar (38,2 Mrd. Euro) für Biolebensmittel ausgegeben. 13 Prozent aller Obst- und Gemüsesorten wurden in Bioqualität gekauft. Biohandelsbeauftragte Marez betonte zudem: “Die Biomärkte in den USA und der EU sind keine Konkurrenten. Vielmehr können sie voneinander lernen.”

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