Über eine Milliarde Menschen haben keinen Strom

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08.04.2017

Die UN-Initiative Sustainable Energy for All kommt kaum voran. Ein neuer Bericht zeigt, dass das Bevölkerungswachstum die Erfolge zunichtemacht. 40 Prozent der Weltbevölkerung kocht noch mit gesundheitsschädlichen Energieträgern wie Kohle und Holz.

2014 hatten 1,06 Milliarden Menschen auf der Erde keinen Zugang zu Elektrizität, seit der Gründung der UN-Initiative Sustainable Energy for All (Nachhaltige Energie für alle) im Jahr 2010 hat sich kaum etwas bewegt. In einigen bevölkerungsreichen Ländern wie Angola und der Demokratischen Republik Kongo ist die Rate sogar gesunken. Doch es gibt Hoffnungsschimmer: Kenia, Malawi, Sudan, Uganda, Sambia und vor allem Ruanda machen rasche Fortschritte.

Das ist das Ergebnis des in New York vorgestellten Global Tracking Framework Report von Weltbank und Internationaler Energieagentur IEA. Der Bericht zeigt: Das Vorhaben der Vereinten Nationen, alle Menschen auf der Erde bis 2030 mit Strom und sauberen Kochmöglichkeiten zu versorgen, liegt in weiter Ferne.

Gerade „clean cooking“, also saubere Energieträger zum Kochen, ist ein gewaltiges Thema. Über drei Milliarden Menschen (40 Prozent der Weltbevölkerung) verwenden dazu Holz, Kohle, tierische Abfälle oder eine andere Art von Biomasse und sind dadurch toxischem Rauch ausgesetzt. Denn nicht jeder kann im freien sein Essen zubereiten, Dunstabzugshauben sind ein Privileg der reichen Industrienationen. Über vier Millionen vorzeitige Todesfälle gibt es laut dem Bericht jährlich. Es sind vor allem Frauen und Kinder, die Kohlenmonoxidvergiftungen erleiden. Mit ihrer Initiative bekommen die Vereinten Nationen das Problem nicht in den Griff.

Nur leichte Verbesserungen bei Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien

Leichte Fortschritte kann der Bericht dagegen bei den Themen Energieeffizienz und der Nutzung Erneuerbarer Energien feststellen. Von den 20 größten Energieverbrauchern der Welt haben insbesondere Australien, China, Italien, Mexiko, Nigeria, Russland und Großbritannien ihre Energieeffizienz um jährlich mindestens zwei Prozent verbessert. Das gilt allerdings nur für den Wirtschaftssektor, private Haushalte hinken hinterher.

Nur leichte Verbesserungen können Weltbank und IEA beim Ausbau der Erneuerbaren Energien feststellen. Zwar sind die Wachstumsraten von Wind- und Solarenergie sehr hoch, der Anteil am gesamten Energieverbrauch ist allerdings noch gering. Da der Energiehunger der Welt weiter wächst, wächst der Anteil sauberer Energien nur langsam.

Einige leuchtende Beispiele gibt es dennoch: Es sind die Länder, in denen immer mehr Menschen Zugang zu Elektrizität erhalten und das mit Erneuerbaren Energien. Im Bericht werden Afghanistan und Kambodscha als lobende Beispiele erwähnt. Sie haben durch lokal erzeugte Solarenergie vielen Menschen den Zugang zu Strom ermöglicht, auch ohne Anbindung an das Stromnetz. 

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