Morgen in der BZ: Gespräch mit DSGV-Präsident Georg Fahrenschon: Eine Einladung zum Trittbrettfahren

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) Georg Fahrenschon lässt an den zuletzt diskutierten Modellen einer europäischen Einlagensicherung kein gutes Haar. Er mahnt, die Eigenverantwortung im System zu erhalten, und hofft, dass das EU-Parlament die Rolle der bestehenden Haftungsverbünde anders sieht. Das Vorgehen der EU-Kommission in Sachen vollständige Vergemeinschaftung des europäischen Sparerschutzes trifft bei den deutschen Sparkassen weiterhin auf strikte Ablehnung. „Wir haben bereits einen europäischen Rechtsrahmen zum Schutz der Spareinlagen”, betont Fahrenschon, im Gespräch mit der Börsen-Zeitung. Er verweist darauf, dass sich die EU-Gesetzgeber eigentlich auf eine Evaluation im Jahr 2019 verständigt habe. „Von daher ist es schon verwunderlich, dass die EU-Kommission jetzt bereits mit einem neuen Vorschlag kommt und Zentralisierung und Vergemeinschaftung will.” Die Brüsseler Behörde hatte ihre Pläne für ein European Deposit Insurance Scheme (EDIS) zuletzt mit der Veröffentlichung einer neuen Wirkungsabschätzung vorangetrieben, bei der auch verschiedene Modelle einer Ausgestaltung diskutiert wurden. Fahrenschon verwies darauf, dass der DSGV mit seiner Kritik an den EDIS-Plänen nicht allein dastehe. In Deutschland seien sich die gesamte Kreditwirtschaft, der Mittelstand und alle großen Wirtschaftsverbände einig, dass die Einlagensicherung in Europa auf Eigenverantwortung basieren müsse und keine falschen Anreize setzen dürfe. Dies werde auch in anderen Ländern wie Österreich oder den Niederlanden so gesehen. „Strukturell halten wir diese Zentralisierung und Vergemeinschaftung für gefährlich, weil wir dies als Einladung zum Trittbrettfahren sehen.”

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